Der runde Tisch Berlin :: Liegt es am Geschlecht oder Horizont?

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Liegt es am Geschlecht oder Horizont? -
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Micha von OJ BeitragVerfasst am: Do Mai 20, 2010 10:46 am

Liegt es am Geschlecht oder Horizont?

Nun ist es mal wieder so weit, dass ich aktuell mit meinen 43 Sommern, in denen ich Gast auf diesem Planeten bin, wieder Herzschmerz habe. Das mag wahrscheinlich daran liegen, dass meine Hoffnungen und Erwartungen nicht so erfüllt wurden, wie ich es mir wünschte oder erhoffte.

Ich sollte vielleicht dazu vorweg sagen, dass ich mit Anfang 20 bereits verheiratet und mit Ende 20 wieder geschieden war. Aber das zählt nicht wirklich, denn die Heirat fand aus einem Versprechen gegenüber meiner Eltern statt und hatte wenig mit meiner Liebe zu tun.

Jedenfalls fiel ich in der Zeit danach von einer Beziehungskiste in die nächste. Die kürzeste dauerte etwa 3 Wochen, es war wohl eher eine Stimulation sexueller Bedürfnisse, und die längste etwa 5, 5 Jahre. Dazwischen war jedes Spektrum zu finden.

Eigentlich mangelt es mir an nichts und ich bin zufrieden und bis auf Kleinigkeiten gesund. Eigentlich. Denn wenn ich so alleine meinen Weg gehe, dann kommt oft die Sehnsucht nach einer Partnerin. Anfangs überwiegen noch die Narben der vergangenen Tage. Aber die Sehnsucht wächst Woche für Woche und ist irgendwann so stark, dass ich es wieder in Kauf nehme das Risiko einzugehen eventuell enttäuscht zu werden.

Vor etwa zwei Jahren, ich war mal wieder Single, als Sehnsucht und Ängste sich noch die Waage hielten, philosophierte ich eines morgens darüber, warum mein größter Wunsch, eine Gefährtin fürs Leben zu finden und damit wieder auch eine Familie zu haben, bisher immer gescheitert waren. Ich setzte mich also hin und versuchte mal zu Rekonstruieren welche Frauen bisher mein Leben streiften und warum die Beziehungen gescheitert waren.

Als ich so halbwegs die Liste zusammen hatte, erschrak ich nicht schlecht. Es waren fast 60 Namen, die meine Liste zierten und wenn ich in Betracht zog, dass es bei mir erst so richtig mit 18 los ging, bedeutete dies im Durchschnitt etwa 2,4 Partnerinnen pro Jahr, oder anders: Alle 5 Monate eine andere.

Ich war schockiert über diese Werte, denn ich war alles andere als ein Frauenaufreißer. Ich sah und sehe nicht so aus und will das auch gar nicht sein. Stets war meine Intention für die Restzeit die Frau an meiner Seite zu finden. Aber wieso klappte das bisher nicht? Ich fing zu analysieren an. Dabei fiel mir auf, dass bei mir mit zunehmenden Alter die Zeitspanne zwischen zwei Beziehungen in der Regel immer länger wurden. Ebenso die Kenn-Lern-Zeit.

Im Gegensatz dazu nahmen die spezifischen Vorstellung zwar ab, also solche Dinge wie „blond, schulterlange Jahre, nicht christlich, 1,65 groß usw.“, aber grundlegende Eigenschaften bekamen einen höheren Stellenwert, wie: „Sie steht auf eigenen Füßen, hat schon Kinder oder will keine, sie ist eine Kämpferin, weiß was sie will und hat eine eigene Meinung und Persönlichkeit, usw.“

Dann verglich ich meine Ambitionen mit anderen Singles und stellte dabei fest, dass man sich zwar auch diese oder jene grundlegende Eigenschaft wünschte, aber gar nicht realisierte, was das bei der Umsetzung bedeutet. Wenn ich zum Beispiel mir einen Partner mit eigener Meinung wünsche, dann sind Streitgespräche vorprogrammiert. Also sollte man keine dicken Backen machen wenn diese kommen sollten, sondern sich daran erfreuen, weil es zeigt, dass der Wunsch doch erfüllt wurde.

Ich kam nach der Auswertung meiner Analyse zu folgendem These. Stellt euch vor, wir wären alles Glasperlen oder Murmeln. Unsere Einstellung, Eigenschaften und Denke bestimmt die Größe. Wenn wir jetzt alle einen Hang hinunter rollen, werden die Größeren schneller sein und es wird sich ein Abstand zu den Kleineren ergeben. Und je länger wir rollen, desto Größer wird dieser Abstand werden. Man könnte diesen auch als Lebenserfahrung oder Horizont betiteln.

Wenn nun zwei Murmeln unterschiedlicher Größe eine Verbindung eingehen wollen, ist es nicht selten so, dass die größere oft keine Ambitionen hat wieder zurückzurollen. Das käme eine Einschränkung des Horizontes gleich. Und die Kleinere kann alleine die Distanz nicht ohne zusätzliche Energie einholen und hat aber oft keine Ambitionen dazu, weil es mehr als Nörgeln und Meckern fehlinterpretiert wird, als ein wohlwollender Schubs.

Sicherlich mag in diesem Vergleich die Lösung offensichtlich sein. Man sagt der größeren Murmel sie möge einfach langsamer rollen und zeigt der Kleineren wie sie vielleicht auch ohne schubsen schneller voran kommt. Zwischenmenschlich ist das aber mehr als schwierig.

Wenn ich eine Frau kennen lerne, die vielleicht auch schon ein paar Beziehungen hinter sich hatte, dann höre ich immer was so schief gelaufen ist und was man sich wünscht. Sie sagt dann zum Beispiel, dass ihr Ex fremdgegangen ist, andauernd besoffen oder gewalttätig war, vielleicht kommt sogar sexueller Missbrauch mit auf den Tisch oder andere schlimme Dinge, wo sich Männer wie ich sich denken, nur gut dass du so nicht bist. Und sie wünscht sich einen Mann, der treu, ehrlich, aufrichtig, entgegenkommend, romantisch, liebevoll, zärtlich, erotisch, gut situiert, souverän, geduldig, einfühlsam, aber auch bestimmend, männlich, wissend, weise, klug, stark, richtungsweisend u.v.m. ist.

Nun gut, abgesehen davon, dass es die eierlegende Wollmilchsau nicht gibt, stellt sich mir dann meistens die Frage, was die Holde denn eigentlich bereit ist dafür zu geben. Und dann zeigt sich meistens wo die jeweilige Murmel vom oben genannten Beispiel sich gerade befindet.

Meine jetzige Freundin und ich hoffe, dass ich in ein paar Tagen nicht schreiben muss meine „Ex“, ist so ein schwieriger Fall. Sie will eine ganze Menge, scheint aber nicht wirklich bereit zu sein selber an sich zu arbeiten oder etwas zu investieren. Ihr Horizont ist viel kleiner als meiner und ich weiß das. Und da ich nicht zu der Wegwerfgesellschaft gehöre, die Beziehungen wie Fastfood betrachten, mache ich mir schon meine Gedanken, wie ich ihr und unserer Beziehung helfen kann. Denn ohne Zweifel, auch ich habe meine Ecken und Kanten. Aber wer hat die nicht?

Die Sache ist aber wohl die: Wenn ich sie nicht erreiche, und ich meine das auf mentaler Ebene, dann können meine Intentionen noch so tugendhaft sein, ich werde nichts bewirken können. Alles was dann helfen würde, wäre ein Schubs von außen. Jemand der vielleicht mal sagt: „Du, der Micha ist gar kein schlechter Kerl und eigentlich meint er es gut, wenn er hier und da Kritik übt.“ Na ja, oder so ähnlich. Blöd dabei ist nur, dass so ein Schubs von außen auch etwas mit Zivilcourage zu tun hat, an der es aber in unserer Gesellschaft mangelt.

Man hält sich lieber raus, schaut weg und will seine Ruhe haben, anstatt sich irgendwo wohlwollend einzumischen und eventuell die Dinge zum Guten zu wenden. Da fehlt oft die Erkenntnis der Wichtigkeit.

Ich denke, wenn Beziehungen heute scheitern, liegt dass an vielen Faktoren, die nicht unbedingt im Unterschied der Geschlechter, sondern mehr im Unterschied der Horizonte und der Denke zu finden sind.

Und obwohl es Bauernweisheiten gibt, wie:

„Was du nichts willst, das man dir tut, das füg auch keinem Anderen zu“

oder

„Verlange nie etwas, was du nicht selber bereit bist zu geben“

oder

„Wenn Du etwas ändern willst, fange bei dir selber an“

...scheitert deren Umsetzbarkeit oft am kleinkarierten, egoistischen Denken. Und nicht selten passiert es, dass in einer neuen Beziehung der Partner für die Missetaten des Expartners büßen muss. Leider ist mir bisher auch ein Patentrezept versagt geblieben. Aber ich werde als letztes eine angeknackste Beziehung aufgeben. Denn hinzufallen ist keine Schande, wenn man wieder aufsteht. Und sollte auch diese aktuelle Beziehung wieder ein nicht gewünschtes Ende finden, dann kann ich wenigstens sagen: „Ich habe es wenigstens versucht!“

Ich wünsche euch Glück, Verständnis und viele abhanden gekommene Tugenden zurück.

Grüße Micha v. OJ




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Micha von OJ BeitragVerfasst am: Do Jul 15, 2010 12:37 pm

Nun also doch :-(

Ich hatte ja im oben genannten Beitrag folgendes geschrieben:

„…Meine jetzige Freundin und ich hoffe, dass ich in ein paar Tagen nicht schreiben muss meine „Ex“, ist so ein schwieriger Fall. Sie will eine ganze Menge, scheint aber nicht wirklich bereit zu sein selber an sich zu arbeiten oder etwas zu investieren…“

Leider ist es nun eingetreten, was ich vermeiden wollte. Sie hat unsere Beziehung beendet und das auf eine Art und Weise, dass ich mich frage, ob ich nicht besser in ein Kloster gehen sollte?!

Ich verstehe die Menschen (in diesem Fall Frauen) einfach nicht mehr. Sollte man nicht bereit sein auch etwas zu geben, wenn man etwas haben möchte. Ich höre von allen Seiten, nicht nur in meinem Fall, „ich will dies“ und „ich will das“.

Ich möchte nicht hier die vermutlichen Hintergründe unserer Trennung diskutieren, der Drops ist eh gelutscht. Ich bin nur entsetzt, wie manche Menschen mit ihrem Umfeld und den anderen in ihrer Umgebung umgehen. Und ich finde auch noch kaum Verständnis, wenn sich Menschen lieber einkapseln, zum Psycho rennen und sich lieber das Pharmazeug rein pfeifen, als eine wohlgesonnene Hand zu nehmen.

Ich würde euch gerne an den letzten 72 Std. unserer Beziehung teilhaben lassen, die sich wie folgt gestalteten:

Donnerstag:

Ich komme von einer Dienstreise zurück und fahre direkt zu meiner Freundin, wo ich am Spätnachmittag eintreffe. Wir haben einen schönen Abend, knuddeln, essen und trinken gemeinsam.

Freitag:

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit ihrer Familie, bin ich fast den ganzen Tag bei ihr und mache meine Urlaubsplanung. Sie freut sich, dass ich meine freien Tage auf ihren Urlaubsplan abstimme. Wir knuddeln und necken uns liebevoll den ganzen Tag, mittags koche ich für die ganze Familie.

Am Abend stehen verschiedene Aktivitäten an. Von meiner Seite aus zelebrierte ein sehr wohlwollender Freundeskreis ein Open-Air-Grillen, zu dem ich gerne wollte und wo auch sie gerne gesehen war.

Dann gab es noch von den Eltern ihres Schwiegersohnes eine Einladung zum Grillen, allerdings wohl nur für sie, weil man mich nicht explizit erwähnte. Ich fand das aber nicht dramatisch.

Also sagte ich, dass sie doch zum Grillen beim Schwiegersohn fahren könne und ich würde dann den anderen Termin wahrnehmen. Aber irgendwie bekam sie schon wieder ihre Depri-Phase und hatte zu nichts wirklich Lust.

Ich sagte, ich könne auch Zuhause bleiben und wir könnten was ganz anderes machen. Aber sie meinte, ich solle ruhig fahren, sie würde wahrscheinlich der Einladung vom Schwiegersohn folgen. Nachdem ich mehrmals abgeklopft hatte, ob es wirklich okay sei, wenn ich zu meiner Einladung fahre, tat ich dieses.

Es war mal wieder eine sehr illustre Runde und natürlich erkundigte man sich auch nach meiner „besseren Hälfte“. Sie war in der Vergangenheit ja auch schon ein paar Mal mit und die Leute mochten sie auch.
In den vier Stunden, die ich dort verweilte, trank ich drei Gläser Sekt mit Schuss (Martini) und rief mehrmals vergeblich bei meiner Holden auf dem Festnetz und dem Handy an. Gut, dachte ich, dann wird sie wohl auch unterwegs sein und ich brauche keine Eile haben.

Als ich dann gegen 22:30 h bei ihr aufschlug, trafen auch Tochter und Schwiegersohn ein und es stellte sich heraus, dass meine Holde gar nicht weg war, sondern sich mal wieder ihrem Depri hingegeben und geschlafen hatte.

Samstag:

Als ich gegen 5:00 h das WC aufsuchte, bemerkte ich, dass meine Holde nicht mehr neben mir lag. Vermutlich hatte ich mal wieder geschnarcht, was bei mir keine Seltenheit ist, wenn ich auch nur minimal Alkohol konsumiert hatte. Sie konnte das im Übrigen auch sehr gut und hatte sich auf ihr Sofa im Wohnzimmer zurück gezogen.

Als wir dann Frühstücken wollten, bekam ich plötzlich einen tierischen Einlauf von ihr. Das ganze Schlafzimmer würde nach Kneipe stinken und wie ich denn einfach besoffen Auto fahren könnte?!

Besoffen? Ich? Ich meine, abgesehen davon, das mein Kampfgewicht über 100 kg liegt, sind drei Gläser Sekt in vier Stunden wahrlich nicht viel. Jedenfalls kriegte sie sich nicht mehr ein und schaukelte sich an dem „Vorfall“ hoch. Zum Glück hatte ich noch drei Termine wahrzunehmen und dachte, dass sie sich in der Zeit wieder beruhigen würde. Zumal abends schon wieder eine Einladung bevor stand, zu der wir beide geladen waren.

Als ich am Nachmittag meine Termine absolviert hatte, rief ich sie auf dem Rückweg an. Ich hatte etwas Hunger und wollte wissen, ob ich vielleicht etwas kochen soll oder man schon gegessen habe. Letzteres war der Fall und sie sagte, sie wolle sich etwas hinlegen. Okay, so fuhr ich dann erst einmal in meine Wohnung.

Am frühen Abend rief ich sie an und wollte wissen, wie wir nun den Abend verbringen wollten. Doch plötzlich fing sie wieder an mir Vorhaltungen wie am Morgen zu machen und legte dann einfach den Hörer auf. Was soll das denn, dachte ich, das ist doch keine Art und Weise.

Also setzte ich mich ins Auto und fuhr zu ihr und erklärte, dass ich solche Telefonate, wo einfach aufgelegt wird, doof finde. Ferner versuchte ich ihr mitzuteilen, dass ich die Angelegenheit selber gar nicht für so dramatisch empfand und falls ich sie verletzt oder übergangen habe, es mir Leid tut.
Ich sagte, dass man natürlich seinen Unmut mitteilen und einen Disput führen kann. Aber wenn der andere sich entschuldigt, dann sollte es doch irgendwann mal gut sein. Es war ja nichts passiert und die Uhr lässt sich eh nicht zurück drehen.

Dann fragte ich nach dem Verlauf des Abends, denn wir hatten ja noch eine Einladung für den Abend. Ihr Tenor war, dass ich alleine fahren solle, weil sie nicht mit wolle. Ich bemühte mich ihr zu zeigen, dass ich den Abend aber gerne mit ihr gemeinsam verbringen wolle und ggf. auch auf die Einladung verzichten würde.

Aber nichts half. Sie wolle ihre Ruhe haben und wir würden uns am Sonntag sehen! Nach einigen gescheiterten Versuchen irgendetwas gemeinsam zu machen, fuhr ich dann zu mir nach Hause.

Irgendwie hatte ich nun auch keine Lust mehr auf die Einladung. Andererseits hatte ich aber dem Gastgeber versprochen etwas Livemusik darzubieten. Ich war hin und her gerissen und entschloss mich, nach Abwägung der Lage, der Einladung zu folgen.

Es war ein schöner Abend, mit vielen netten Menschen und ich spielte und sang, bis ich fast keine Stimme mehr hatte. Trotz des angenehmen Ambientes war ich aber etwas traurig über die letzten Stunden und der Einstellung meiner Holden. Ich trank so gut wie nichts, denn wenn sie am Sonntag zu mir kommen würde, wollte ich nicht unbedingt sie mit einer Fackel begrüßen. So verabschiedete ich mich dann auch schon relativ zeitig. Es war ja auch schon fast halb zwei.

Sonntag:

Als ich um halb drei bei mir Zuhause war, dachte ich, man was für ein blödes Wochenende. Diese Depri-Phasen von meiner Holden trugen manchmal komische Blüten. Na ja, wenigstens wollte sie ja heute vorbei kommen. Und das tat sie auch, aber anders als ich es erwartet hatte.

Es war „erst“ neun, als ich durch ein Geräusch wach wurde. Ich drehte mich zu meiner Schlafzimmertür und sah meine Freundin dort stehen und es fand folgender Dialog statt:

Ich: „Oh, Du schon hier, wie spät ist es denn? Ah, kurz nach neun!“ (also grad mal 6 Std. geschlafen).

Sie: „Ich habe dir deine Sachen gebracht!“

Ich, noch etwas verschlafen: „Welche Sachen?“

Sie: „Alle! Ich will nicht mehr!“ Dabei löste sie meinen Schlüssel von ihrem Bund und warf mir diesen aufs Bett.

Ich: „Wie jetzt?“ Immerhin waren wir bereits 7 Monate zusammen und ich hatte mich ständig um die Beziehung bemüht.

Sie: „Wir sind einfach zu verschieden und passen nicht zusammen.“ Während dieses Satzes ging sie in den Flur und löste ihren Schlüssel von meinem Bund.

Alles ging sehr schnell und ich hatte kaum Reaktionszeit. Ein Schmerz durchzog plötzlich meine Seele und mein Herz. Wie geht man mit mir um? Doch noch eh ich aus dem Bett springen konnte, war sie bereits in ihrem Auto. Ich konnte nur noch ihren Namen rufen und ihren Schatten ziehen sehen.

Und das war das Ende. Klar wusste ich über ihre „Krankheit“ Bescheid, von wegen Depris und so. Aber ich hatte mir doch all die Zeit Mühe gegeben ihr zu helfen, oder nicht? Ist es fair einen Menschen im Schlaf zu überraschen und dann so eine Show abzuziehen?

Abgesehen davon, dass es natürlich immer weh tut, wenn jemand, der einem etwas bedeutet hat, geht, war ich aber über die Art und Weise verärgert. Ich meine, die Story geht noch viel tiefer als das, was ich hier schreibe. Aber das wäre ein anderes Kapitel.

Was ich sagen will ist, dass ich es nicht verstehe, wenn Frauen (ob mit oder ohne Depris) sich von ihrem Partner wünschen, dass er treu, ehrlich, aufrichtig, entgegenkommend, romantisch, liebevoll, zärtlich, erotisch, gut situiert, souverän, geduldig, einfühlsam, aber auch bestimmend, männlich, wissend, weise, klug, stark, richtungsweisend u.v.m. ist, aber nicht bereit sind irgendetwas dazu beizutragen.

Und das scheint kein Einzelfall zu sein. Wenn ich mich umsehe, entdeckte ich genügend Beziehungen, die ähnlich enden. Ich bekomme das Gruseln, wenn ich sehe wie manchmal die Menschen miteinander umgehen. Hat man da überhaupt noch Lust auf eine Beziehung?

Sind das vielleicht die Auswirkungen der gesellschaftlichen Veränderungen? Laufen hier nur noch Egomanen herum, die es vorziehen ggf. lieber einen Psychiater aufzusuchen, anstatt ein vernünftiges Gespräch zu führen?

Und wenn es so ist, hat man als „Normalo“ überhaupt eine Chance dem entgegenzuwirken? Wie viel Energie und Kraft sollte man dafür opfern? Meine Batterie hat unter der letzten Story ganz schön gelitten und darüber zu schreiben hilft mir etwas diese aufzuladen und die Angelegenheit zu verdauen.

Ich weiß, dass dieses Forum selten bis gar nicht besucht wird. Falls sich doch jemand hierher verirrt, darf er gerne was schreiben.

Grüße Micha von OJ




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Reichsadler BeitragVerfasst am: Mi Jul 21, 2010 9:50 pm

Das Leben ist hart aber wenigstens ungerecht....

Lieber Micha,

das ist eine ziemlich normale Schilderung, was Du da so von Dir gibst. Du bist in einer schwirigen Zeit präsent und da sind viele Ursachen gemeinsam wirkend. Schon einige kluge Leute haben festgestellt, daß die Frau von heute, keine Frau mehr ist und das dieses Phänomän zwischen 90 und 100% der Frauen betrifft, wobei ich 100% für etwas zu eng gefaßt betrachte Confused
Die moderne Frau hat ihren karmischen Ballast an der Backe und der ist schon gewichtig. Dazu kommen Emanipation, der Geschlechterkampf, ein merkwürdig verschobenes Rollenverständnis, und noch einige recht kontraproduktive Aspekte.
Dies betrifft im Übrigen auch die Männerwelt, welche immer mehr Brust bekommen und zu weichen, schwabbligen Gebilden mutieren.
Durch die Medien wird der Mann dressiert, bei Frauen schön zu bitten und den Tribut zu zahlen, denn noch immer ist das älteste Gewerbe der Welt nicht kostenlos und nichts anderes wird in einer kapitalistischen Welt in Beziehungen gelebt. Dienstleistung gegen Wahre. Das ist Fakt.
Jede Frau hat ihren Preis und dies zu ignorieren, führt zu unschönen Erlebnissen.
Der Mann hingegen eifert den Vorgaben aus den Medien meist erfolglos hinterher. Wer hat schon die Zeit den Matcho täglich im Fitnesstudio zu stählen um den Heißhunger nach hohlem Waschbrettbauch zu bedienen?
Doch das ist es, was gefragt ist. Alles andere ist nur Bla, Bla, um zu tarnen, daß Frauen Wahre / Geld und ihre Ruhe haben wollen. An Sex ist nur konsumorientiert und selten triebgesteuert Interesse vorhanden. Schein und nicht sein bewegt die plastikgestützten, mobilen Schminkköfferschen auf zwei Beinen und nicht Tiefsinnigkeit, welch so weit entfernt ist wie die nächste Galaxis.
Schau Dir mal an wie viele Frauen Hunde haben und wie sie damit umgehen. Dann macht Deine Schilderung Sinn, denn diese beschreibt eine Dressur und keine kreative, zwischenmenschliche Beziehung.

Doch dies sind nur einige Aspekte. Nimm doch mal Deine weiblichen Anteile und transformiere diese. Dann brachst Du nicht mehr wie ein Waschweib zu betteln, sondern nimmst Dir was Du willst und das auch noch ohne schlechtes Gewissen. Suche die Fehler nicht unbedingt nur im Außen, sondern schau mal nach den Resonanzen in Dir. Warum ziehst Du Frauen an, die permanent äußern ihre Ruhe haben zu wollen? Suchst Du eine Oma oder eine Art Mamma?

Eine Beziehung basiert auf Gegenseitigkeit uind diese macht sich nicht an dem Austausch von Dienstleistung und materiellen Werten fest. In einer Gesellschaft, welche immer schneller der Blödheit anheim fällt, da kannst Du nicht erwarten schnell was adequates zu finden, oder Du weißt wie das mit den Bestellungen beim Universum geht Very Happy

Hör auf zu Katzbuckel und bringe klar zum Ausdruck was Du willst. Wenn dem nicht entsprochen wird, für diesen Fall hat der Maurer eine Öffnung in der Wand hinterlassen. Eine echte Beziehung ist keine Verkaufsveranstaltung und kein Ausdruck von Überredungskunst Exclamation

Suche nicht, sondern gehe Deinen Weg und laß Dich finden. Die noch vorhandenen Reste von Fraulichkeit mögen noch immer einen Mann der seinen Weg geht und sich vor allem nicht davon abbringen läßt Exclamation Exclamation
Sei gewahr, daß Du daraufhin immer wieder getestet wirst und wenn Du den Test nicht bestehst, dann war's das, auch wenn das Ende sich dann noch aus Gewohnheit ein weinig in die Länge ziehen kann.
Nach Deinen Schilderungen bist Du mit Pauken und Trompeten durchgefallen Embarassed
Kein echter Mann kraucht einer Zicke in den Allerwertesten...
Solange sich Männer wie unterwürfige Weicheier gebärden, solange können Frauen nicht lernen, wieder mit echter Stärke umzugehen, geschweigen denn diese überhaupt zu erkennen. Das hat auch nichts mit Brutalität zu tun, sondern mit entschlossenem Handeln. Und wenn Du schon lieber ein Weichei spielen möchtst, dann solltest Du Dir als Kompensation ein entsprechendes Bankkonto zulegen, denn damit läßt sich Sicherheit auch erkaufen Very Happy

Also, freu Dich, daß Du auf die Schnauze gefallen bist und erkenne das als Möglichkeit wach zu werden Shocked
Viele Mütter haben schöne Töchter und Notstand besteht wahrlich nicht. Lege Deine Richtlinien klar und sende diese aus. Dann wirst auch Du die richtige für Dich anlocken.
Im Übrigen waren alle bisher "richtig" für Dich aber Du bist etwas träge daraus zu lernen Confused

Also, Kopf hoch und durch...

Liebe Grüße
Site Admin



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